Erwin Trojan

(geb. 13.09.1888 in Karlsbad, verst. 08.11.1957 in Altlengbach)

 

In Karlsbad lernte er wie viele andere Schüler in seiner Zeit die Violine. Familiäre Umstände ermöglichten den Besuch der Musikschule in Königsberg. Danach durfte er als Musikschüler zur Musikkapelle des Tiroler Kaiserjägerregiments Nr.1 nach Innsbruck. Der dortige Kapellmeister Karl Rühlberger förderte das Talent des jungen Trojan und so konnte er am Mozarteum in Salzburg ein ordentliches Musikstudium, als Hauptfach Trompete, seine Musikausbildung absolvieren. Bis 1910 blieb Trojan Trompeter der Militärmusik in Innsbruck. Nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt wurde er Mitglied der berühmten Kurkapelle in Karlsbad. Doch Karlsbad konnte in nicht lange halten. Er verließ es und wurde Musiker auf einer Schiffskapelle für die Schifffahrtslinie Hamburg - New York wo er Unterhaltungsmusik spielte. Gab es längere Heimaturlaube spielte er in der Oper in Brüssel oder als Tanzmusiker auf einer Ostseeinsel.

Der Ausbruch des ersten Weltkrieges beendete dies und er wurde als Feldwebel der Infanterie zum Kriegsdienst einberufen. Nach Kriegsende 1918 wählte er Innsbruck als seiner Wirkungsart. Sein Beruf war Trompeter beim „Städtischen Orchester“. Hier begann er für die ihn anvertraute Innsbrucker „Eisenbahner Kapelle“ zu komponieren. Es entstand der beliebte „Ruetz Marsch“ und die bekannten Märsche „Felsenfest“ und „Ohne Rast“. Mit seiner Gattin Wilhemine gründete er einen Eigenverlag in seinem damaligem Wohnsitz Innsbruck - Hötting.

Eine schwere Erkrankung zwang Trojan 1932 das Trompetenspielen aufzugeben. Er widmete sich nun dem Komponieren und seinem Eigenverlag. Da es in NÖ die meisten Musikkapellen gab die seine Werke spielten, übersiedelte er 1933 nach Altlengbach und baute hier seinen Blasmusikverlag neu auf.

1938 musste der 54 jährige Trojan noch einmal zum Kriegsdienst. Er geriet in Gefangenschaft durch die Engländer. Selbst dort schuf er auf Abfallpapier 16 neue Werke. Seine Gattin Wilhemine hatte während der Kriegszeit das Werk ihres Gatten vor großen Verlust bewahrt. So konnte Trojan an sein bisheriges Schaffen anschließen. Der Verlag war sehr gefragt, da die meisten Kapellen durch die Kriegseinwirkung ihr gesamtes Inventar verloren hatten. So wurden Trojan´s Ouvertüren, Konzertwalzer, Potpourris, Märsche und seine vielen Tänze in dieser Zeit populär.

Das kompositorische Schaffen von Erwin Trojan umfasst mehr als 200 Werke für Blasorchester, das man mit Recht als kulturelles Erbe bezeichnen kann.

Erwin Trojan verstarb am 08.11.1957 und fand in Altlengbach seine Grabesruh.